Knochenorakel

Das Knochenorakel ist ein archaisches Diagnoseverfahren des südlichen Afrika. Obwohl diese Form der Divination keine traditionelle Komponente der Swasi-Heilkunde darstellt, gehört es heute zu einer der wichtigsten Ausdrucksformen der Heilerinnen. Es beruht auf der Deutung verschiedenster Knochen, Schnecken, Steine, Samen und anderer Bestandteile, die geworfen werden. Diese haben einen jeweils symbolischen Bedeutungsinhalt, interpretiert werden jedoch die Kombinationen, in denen die einzelnen Teile zum Liegen kommen. Der Wurf zeigt ein Gesamtbild der aktuellen Lebenssituation und verhilft der Heilerin zu einer Einsicht über die Ursachen der Krankheit ihres Patienten. Jede Sangoma verfügt über ein eigenes individuell zusammengestelltes Knochenset, das sie während ihrer Lehrzeit träumt.

Der wichtigste Bestandteil ist der Astragalus, ein Knochen aus dem Sprunggelenk von Paarhufern, vor allem Ziegen. Die Astragale gehören zum ältesten Spielzeug der Menschen. Zahlreich sind die archäologischen Belege für ihre Beliebtheit in der Antike, wo sie für verschiedene Würfel- und Geschicklichkeitsspiele benutzt wurden. Denn, der Astragal kommt immer eindeutig auf einer Seite zum Liegen. Gleichfalls haben wir viele Belege für seine kultische Bedeutung. Man findet ihn als Votivbeigabe in Heiligtümern des Nahen Ostens, als Grabbeigabe und Opfergabe im antiken Griechenland, auch in Hallstattzeitlichen Fundstellen.