Glossar

Afrika und die Ahnen

Grundlegend für das afrikanische Lebensgefühl ist die große Bedeutung der Gemeinschaft. Diese besteht aus den lebenden Mitgliedern und ihren Ahnen. Die Ahnen leben mit und bei ihren Nachkommen. Ein gutes Verhältnis zu ihnen ist lebensnotwendig. Verwurzelt zu sein, sein Woher zu kennen, in einer bestimmten Tradition zu stehen ist für viele AfrikanerInnen von grundlegender Bedeutung.

Auch in der Heilkunde sind die Ahnen von Bedeutung. Eine Sangoma, Schamanin im südlichen Afrika, wird von ihren Ahnen zum Heilertum berufen. Während ihrer Initiationszeit lernt sie, eine „Arbeitsbeziehung“ zu heilenden Ahnen aufzubauen, mit deren Botschaften sie über die Ursachen von Krankheit und Missgeschick weissagt und die nötigen Behandlungsstrategien für ihre PatientInnen findet.

In der therapeutischen Arbeit ist die Begegnung mit Ahnen ebenfalls heilsam. Häufig ist zu erkennen, welche negative und hemmende Kraft von vergessenen oder verstoßenen Ahnen und von Ahnen mit schwerem Schicksal wie Flucht, Vertreibung, Krieg und Täterschaft ausgeht. Sobald die Nachfahren sich an sie erinnern und sich mit ihnen versöhnen, können sie ihren Platz in der Ahnenreihe einnehmen. Bei der Aufstellungsarbeit wird versucht, die Ordnung im Familiensystem wieder herzustellen, damit die Kraft der Ahnen als Unterstützung wirken kann.

Biodynamik

Bio bedeutet Leben, und Dynamik heißt Kraft. Biodynamik bedeutet also die Beschäftigung mit der Lebenskraft, dem natürlichen, spontanen Fluss der Lebensenergie. Die Biodynamik ist die Quelle unserer Lebendigkeit. Sie nährt unser Bedürfnis nach Kontakt, Liebe, Beziehung und Selbstverwirklichung. Bei freier Zirkulation dieser Lebensenergie im Körper fühlen wir Freude und gewinnen innere Ruhe und erotische Präsenz.

Containment

Manchmal werden wir von unseren Gefühlen regelrecht überschwemmt oder befürchten eine Überflutung mit zu starken Gefühlszuständen. In guten Beziehungen erleben wir dann, dass der andere uns dabei hilft, die eigenen Gefühle zu sortieren und das Unaussprechliche in Worte zu fassen. Eine unerträgliche Erfahrung verwandelt sich allmählich in eine erträgliche. Gefühle wollen gehalten und verarbeitet werden. Das nennen wir Containing. So kann, was vorher nur gefühlt wurde, dann auch gedacht werden. Wir haben eine Umwandlung von “ein Gefühl zu sein” in “ein Gefühl haben” vollzogen.

Für diese haltende Funktion gibt es ein schönes Bild: Eine Mutter ist für die Gefühle ihres Kindes eine Art “Container”. Sie hält und verarbeitet sie und gibt sie ihm in reifer, denkbarer Form zurück. Aus diesem Zusammenspiel lernt das Kind später, seine Gefühle selbst zu verarbeiten. Eine therapeutische Beziehung ist immer auch Containment.

Dualität

bedeutet Zweiheit: Zwei sich gegensätzlich oder ergänzend gegenüberstehende Komponenten oder Gegensatzpaare. Dadurch ergeben sie einen Spannungsbogen, der voller Kraft und Energie ist: Tag und Nacht, Himmel und Erde, Sonne und Mond, Mann und Frau, Körper und Geist, Leben und Tod, Oben und Unten, Gut und Böse.

Dualität ist die Illusion der Gegensätzlichkeit oder des Getrenntseins. Denn auf einer höheren Ebene ist im Leben alles eins. Die Welt ist weder gut noch böse. Beide Aspekte sind völlig wertneutral als Teil der Welt zu sehen. Erst der Geist lässt Gut und Böse durch Bewertung entstehen. So ist Dualität weniger eine Eigenschaft des Seins, als eine Frage des Bewusstseins. Die Lösung liegt in der Vereinigung der Gegensätze, ein Symbol dafür ist zum Beispiel das Yin-Yang Zeichen.

Ethnomedizin

ist ein interdisziplinärer Bereich zwischen der Ethnologie und der Medizin. Die im deutschen Sprachraum historisch gewachsene Bezeichnung weist auf die Besonderheit hin, auch innerhalb der Medizin mit ethnologischen Methoden zu forschen und zu handeln. Ethnomedizin beschäftigt sich unter anderem mit der Definition und Interpretation von Gesundheit und Krankheit in unterschiedlichen Kulturen sowie mit den daraus resultierenden lokalen und kulturspezifischen Heil- und Behandlungsweisen.

Ich habe mein Studium der Kultur- und Sozialanthropologie mit meiner Diplomarbeit „Bikausalität von Krankheit in Afrika. Eine kulturelle Konstruktion von Krankheit.“ abgeschlossen. Dann spezialisierte ich mich auf Ethnomedizin und begann meine Forschungstätigkeit am Ethnomedizinischen Institut. Forschungsstipendien ermöglichten es mir, nach Swasiland zu gehen und dort mit Heilerinnen zusammenzuarbeiten. Meine Dissertation: „Sangoma. Das Werden einer spirituellen Heilerin in Swasiland. Kudede umnyama kuvele ukukhanya. Die Dunkelheit möge dem Licht weichen.“ beschreibt den Werdegang einer Sangoma am Beispiel meines eigenen schamanischen Initiationsprozesses.

Freude

Das Wort Freude beschreibt ein Frohgefühl, in dem alle seelischen Bedürfnisse erfüllt sind, der Mensch also absolut glücklich ist. Freude ist eng verbunden mit unserer Fähigkeit zur Selbsterkenntnis und damit zu einem Bewusstsein unseres Selbst. Unser Selbstbewusstsein ermöglicht Autonomie und ein unabhängiges Wohlbefinden. Es befähigt uns zu einem Leben im Hier und Jetzt.

Grounding

das „Erden”, ist ein zentrales Konzept in der Körperpsychotherapie. Es beschreibt unsere Verbundenheit mit dem Boden, der Erde. Es beschreibt, wie ich diese Verbundenheit im Sitzen, Stehen, Gehen und Liegen fühle. Grounding wird als Standfestigkeit und Eigenständigkeit verstanden: Man steht mit beiden Beinen am Boden! Grounding fördert Stabilität und Kontakt zur Realität. Im fühlenden Kontakt mit der eigenen Körperlichkeit trete ich in Beziehung zu anderen. Geerdet sein befähigt Beziehungen einzugehen und aufrechtzuerhalten. Grounding ist eine Voraussetzung für Containment, die emotionale Haltekraft.

Himmel

Der Himmel bildet immer den Gegensatz zur Erde. Er ist dabei ein Symbol für den männlichen befruchtenden Aspekt, den Geist und das Geistige und die Transzendenz, während die Erde den weiblichen, empfangenden Aspekt, die Materie versinnbildlicht. Himmel und Erde, oben und unten, männlich und weiblich gilt es zu verbinden um die Dualität zu überwinden. Der Himmel steht dabei für das lebenserweckende Licht und die Sonne, für das Element Luft und die Kraft der Gestirne und Wettererscheinungen.

Imagination

ist die Fähigkeit, mittels visueller Vorstellung innere Bilder anschaulich wahrzunehmen oder zu entwickeln oder sich an solche zu erinnern. Die inneren Bilder ähneln Traumbildern. Wie Träume eröffnen Imaginationen Fenster zum Unbewussten. Im Unterschied zu Träumen geht es bei Imaginationen aber um mehr oder weniger bewusst kontrollierte bildhafte Vorstellungen, wobei alle Sinne beteiligt sein können (Sehen, Hören, Schmecken, Riechen, Fühlen, Spüren). Imaginationsübungen werden oft mit Entspannungsmethoden kombiniert.

In Gruppen leite ich sie an als Einstimmung in eine Heiltrance. Mit einer begleiteten Visualisierung ist es auch gut möglich, in den Körper zu spüren und mit dem Körper über innere Bilder ins Gespräch zu kommen. Der Körper versteht und reagiert besser auf Bilder als auf Worte.

Jorinde

und Joringel, Rapunzel, Rumpelstilzchen, Schneewittchen und Dornröschen, – so heißen die Märchen unserer Kindheit. Die Märchen entstanden in vorschriftlicher Zeit und wurden bis zur Romantik nur mündlich überliefert. Sie bilden das gesellschaftliche Wertesystem unserer Kultur ab. Die äußeren Lebensumstände haben sich geändert, doch die Verstrickungen von Mann und Frau, Eltern und Kindern, Bruder und Schwester, Gut und Böse, Arm und Reich bleiben gleich. Die in den Märchen verborgenen Botschaften sind aktuell, weil sie grundlegende Konflikte menschlichen Zusammenlebens behandeln.

Die Moral der Märchen greift viel tiefer, nämlich auf das Wertesystem der Natur. Dieses naturweise Wissen hat die Märchen geprägt. Die Moral der Märchen blickt auf die Seele und ihren Entwicklungsweg. In symbolischer Bildsprache werden eigene Lösungswege für die persönliche Entwicklung vorgestellt. Alle belebte und unbelebte Natur – ganz gleich ob Stein, Tier, Pflanze oder Baum – ist beseelt und kann sprechen und erweist sich als Helfer in der Not, als Ratgeber, als prüfende Instanz für unseren Helden, unsere Heldin. Schamanismus und Märchen gehören zusammen.

Knochenorakel

Das Knochenorakel ist ein archaisches Diagnoseverfahren des südlichen Afrika. Obwohl diese Form der Divination keine traditionelle Komponente der Swasi-Heilkunde darstellt, gehört es heute zu einer der wichtigsten Ausdrucksformen der Heilerinnen. Es beruht auf der Deutung verschiedenster Knochen, Schnecken, Steine, Samen und anderer Bestandteile, die geworfen werden. Diese haben einen jeweils symbolischen Bedeutungsinhalt, interpretiert werden jedoch die Kombinationen, in denen die einzelnen Teile zum Liegen kommen. Der Wurf zeigt ein Gesamtbild der aktuellen Lebenssituation und verhilft der Heilerin zu einer Einsicht über die Ursachen der Krankheit ihres Patienten. Jede Sangoma verfügt über ein eigenes individuell zusammengestelltes Knochenset, das sie während ihrer Lehrzeit träumt.

Der wichtigste Bestandteil ist der Astragalus, ein Knochen aus dem Sprunggelenk von Paarhufern, vor allem Ziegen. Die Astragale gehören zum ältesten Spielzeug der Menschen. Zahlreich sind die archäologischen Belege für ihre Beliebtheit in der Antike, wo sie für verschiedene Würfel- und Geschicklichkeitsspiele benutzt wurden. Denn, der Astragal kommt immer eindeutig auf einer Seite zum Liegen. Gleichfalls haben wir viele Belege für seine kultische Bedeutung. Man findet ihn als Votivbeigabe in Heiligtümern des Nahen Ostens, als Grabbeigabe und Opfergabe im antiken Griechenland, auch in Hallstattzeitlichen Fundstellen.

Libido

ist das psycho-sexuelle Lustprinzip. Es ist ein angeborener Instinkt, unsere Bedürfnisse zu befriedigen. Wir erfreuen uns daran, dass wir am Leben sind. Sexuelle Energie oder Libido-Energie ist die grundlegende Energie in allem Lebendigen auf dieser Welt. Sie zeigt sich in der Fähigkeit zu pulsieren: zu öffnen oder zu schließen, zu verbinden oder zu trennen, eins oder autonom sein zu wollen.

Erotik ist die diesen Energien zugrundeliegende Schwingung. Wenn wir eins sind mit unserer erotischen Ausstrahlung, macht es uns zu dem einzigartigen Wesen, das wir sind. Solange wir unsere Libido zurückhalten, gemeint ist damit unseren Glanz, unsere Ausstrahlung, unsere essentielle Lebenslust, wird unser Leben immer schwerfälliger und bedeutungsloser. Wir sehnen uns danach wieder anzukommen – zur Schönheit, Lebendigkeit und dem erotischen Wesen, das wir sind.

Meditation

ist eine spirituelle Praxis der Besinnung und Sammlung. Damit ist ein Zur-Stille-Kommen des Geistes gemeint, der innere Ruhe und Zentrierung findet. Man öffnet sein Herz der umfassenden Liebe und gewinnt eine größere Einsicht und Klarheit über sich, die Welt und zum Göttlichen und Absoluten.

Natur

bezeichnet in der Regel das, was nicht vom Menschen geschaffen wurde – im Gegensatz zur vom Menschen geschaffenen Kultur. Die Erde gilt in vielen Kulturen als Mutter, da alle Lebewesen ihre Lebensenergie durch Nahrung von ihr beziehen. Weltweit verehrte man sie als lebensspendende, gebärende und fruchtbringende Muttergöttin, die Große Mutter. In dieser allliebenden Mutter ist immer auch die beseelte Natur in ihrer sich immer wieder erneuernden Kraft zu erkennen.

Unsere innere Natur entspricht dem Natürlichen in uns, das sich als Abbild der äußeren Natur gestaltet. Damit meine ich das wilde, ursprüngliche, kreative, spontane Potential in uns – im Gegensatz zum angelernten, sozialisierten, anerzogenen Wesen in uns. Unsere innere Natur schöpft aus dem inneren Wissen, deren intuitive Stimme in Bildern und Symbolen zu uns spricht. In der schamanischen Energiearbeit schöpfen wir Inspiration aus dem Kontakt mit Krafttieren, Kraftpflanzen, Kraftsteinen, der Kraft der Elemente und Himmelsrichtungen und den Archetypen Wilde Frau, Weise Alte, Innere Heilerin.

Auf der therapeutischen Ebene bedeutet eine gute Erdung die wohltuende Beziehung zur Gegenwart. So symbolisiert die Erde für den Menschen auch die Bewältigung des alltäglichen Lebens, Verlässlichkeit, Beständigkeit und Realismus. Eine gute Verwurzelung fördert Sicherheit und die Fähigkeit, sich mit seiner Umwelt auseinanderzusetzen.

Orgon

Wilhelm Reich erklärte die Orgonenergie als biologisch wirksame kosmische Energie. Das Flimmern am Himmel und das Glitzern der Sterne in klaren, trockenen Nächten sind unmittelbarer Ausdruck der Bewegung des atmosphärischen Orgons. Die atmosphärische Orgonenergie wird im sogenannten Orgonakkumulator – ein von W. Reich erstmalig 1940 gebauter Kasten mit besonderer Konstruktion, in dem eine Person sitzen kann – konzentriert.

Hier soll die natürliche Orgonenergie im menschlichen Organismus aktiviert werden, um die Immunkräfte gegen Krankheit zu stärken. Der lebende Organismus enthält in jeder seiner Zellen Orgonenergie und lädt sich mittels der Atmung unausgesetzt orgonotisch aus der Atmosphäre auf. Der Orgonakkumulator verstärkt diesen Prozess. In meiner Praxis steht ein Orgonakkumulator zur Benutzung bereit.

Qualität

Das Wesen des Schamanismus beruht auf der Qualität der Heiltrance. Trance – lateinisch transitus = Übergang – ist ein Sammelbegriff für veränderte Bewusstseinszustände. Diese beschreibt Mircea Eliade in „Schamanismus und archaische Ekstasetechnik“ als zentrales Element des Schamanismus. Erreicht werden kann sie durch äußere oder innere Reize wie Atemtechniken, rhythmische Bewegungen, Trommeln, Gesang, Tanz. In indigenen Gesellschaften wird darunter ein Vorgang verstanden, in dessen Verlauf der Geist des in Trance befindlichen Schamanen seinen Körper verlässt, um in der Anderswelt bestimmte Ziele zu erreichen. Oder wie im afrikanischen Schamanismus eine Sangoma in Trance zum Medium wird, welches von Ahnen ergriffen wird, die aus ihr sprechen.

Für meine Methode der Schamanischen Energiearbeit gilt: Wir verlassen unseren Körper nicht und nehmen auch keine Geistwesen in uns auf. Wir nutzen das archaische Wissen, das sich tief in uns bewahrt hat, um es in unseren eigenen individuellen Lebenskontext zu stellen. Mit der Kraft der Trommel nutzen wir die Qualität der Trance als eine über unsere kleinliche Bezogenheit hinaus spürende Wahrnehmung, um uns ganz mit uns selbst zu verbinden und einen übergeordneten Blick auf unsere momentane Lebenssituation zu gewinnen. Wir erleben eine tiefe Verbundenheit mit allem was uns ausmacht und umgibt. Diese spüren wir als ein tiefes, inneres Berührt sein. Es ist eine sehr beglückende Erfahrung.

Reinkarnationstherapie

befasst sich mit der Aufarbeitung von Traumata und Postulaten aus der Kindheit, der Geburt, der Schwangerschaft, der Zeugung und anderen inneren Bildern, die unser Leben bestimmen. Man kann diese anderen inneren Bilder nach G. Hüther als in unseren Zellen abgespeicherte Erfahrungen unserer Vorfahren bezeichnen, als archetypische Bilder nach C. G. Jung oder als unaufgelöste Gefühlserinnerungen aus eigenen früheren Leben ansehen. Mit dieser Methode – auch Regressionstherapie genannt – werden die Selbstheilungskräfte besonders gut aktiviert.

Schamanismus

ist die Bezeichnung für die unterschiedlichen Praktiken von SchamanInnen, die im Spannungsfeld zwischen Spiritualität und Therapie angesiedelt sind. Aufgabe von SchamanInnen ist die Heilung von körperlichen und seelischen Krankheiten. Durch Trommeln, Tanzen, Singen versetzen sie sich in Ekstase, in Trance und unternehmen mittels veränderter Bewusstseinszustände Reisen in die nichtalltägliche Welt. So nehmen sie Kontakt auf mit Geistwesen und Geisthelfern, um die Gründe der Erkrankung wie auch die Art der Heilung von ihnen zu erfahren. Immer geht es darum, die aus dem Gleichgewicht geratene Harmonie der Dinge wieder in einen Ausgleich zu bringen. Schamanismus ist das uralte Wissen um die Verbundenheit von Mensch, Natur und Kosmos.

Trommel

ist ein Symbol für den Rhythmus. Wenn sie geschlagen wird, schwingt der tiefe, obertonreiche, gleichmäßige Rhythmus oftmals im ganzen Körper nach und verbindet sich mit dem Rhythmus des Herzens. Er ruft Gefühle von Sicherheit hervor und erinnert an den früh empfundenen Herzschlag der Mutter. Der Trommelschlag führt einen dabei in die Wahrnehmung von Eins sein mit sich und der Welt, so wie sie das Ungeborene im Mutterbauch erlebt.

Übergang

Der Begriff des Übergangs beschreibt den Übertritt von einem Lebensabschnitt in einen anderen. Das gängigste Bild dafür ist die Brücke, die den Übergang von einem Ufer zum anderen, von einem Lebensbereich zum nächsten, vom Unbewussten zum Bewussten bildet. Alle Übergänge und Brüche, die das Leben notwendig macht, erscheinen einem oftmals unkontrollierbar und gefährlich. Die bei schwierigen Lebensübergängen, Krisen- und Wandelzeiten verspürte Schwellenangst wird mit Hilfe von Übergangsritualen (rites des passage) bewältigbar. Der französische Ethnologe van Gennep hat die Dreiphasenstruktur der Übergangsrituale entwickelt: auf die Ablösungsphase folgt die Schwellenphase und zuletzt die Integrationsphase. Alle Kulturen haben Zeiten des Übergangs mit Ritualen begleitet, um sie gut bewältigen zu können.

Vocalemotion©

ist aus der Beschäftigung mit meiner eigenen Stimme entstanden. Vocalemotion© fördert den Kontakt mit sowie den stimmigen Ausdruck von Gefühlen durch Bewegung und Stimmkraft. Gefühle sind das, was wir fühlen. Manchmal ist es schwer, genau wahrzunehmen, was man fühlt und das in angemessener Weise auszusprechen. Vocalemotion© hilft, mit Gefühlen in Kontakt zu kommen, Gefühle zu akzeptieren, sie zu würdigen und ihnen Ausdruck zu verleihen. Wenn wir Gefühle ernst nehmen und ihnen auf den Grund gehen, können wir unnötige emotionale Last loswerden.

Emotion ist in Bewegung gekommenes Gefühl und drückt sich als Gefühlsreaktion nach außen aus. Fließen die Gefühle im Inneren, dann wirken wir nach außen emotional ausgeglichen und lebendig. Wenn Gefühle nicht ausgedrückt werden, sammeln sie sich an und können zu einer Belastung für die Gesundheit werden, weil sie sehr viel Raum einnehmen und gesunde Lebensenergie blockieren.

Wilhelm Reich

war Psychiater, Psychoanalytiker, Sexualforscher und Begründer der Körperpsychotherapie. Reich fand Zusammenhänge zwischen psychischen und muskulären Panzerungen und aus einer Weiterentwicklung der Freudschen Libidotheorie entwickelte er seine Orgasmustheorie. Das Thema „Sexualität“ wurde bei W. Reich eins mit der Beschäftigung mit dem “Lebendigen“. Seine Vision einer lebensbejahenden Sexualität und Liebe weisen diese als die tiefsten Quellen unserer Lebensenergie und damit unserer Gesundheit aus.

Er entwickelte seine Theorie der Charakteranalyse, danach die körperorientierte Vegetotherapie und in den 1940er Jahren die Orgontherapie (siehe Orgon). Eine wichtige Methode für den Zugang zu verdrängten Konflikten und Emotionen bildete die Vegetotherapie. Indem die mit Konflikten und Stresssituationen verbundenen Gefühle von Wut, Hass, Trauer, Ekel, Schmerz, Angst oder Verzweiflung im freien Ausdruck durch Bewegung, Mimik und Gestik körperlich ausgedrückt werden, können sie bearbeitet und in das Bewusstsein integriert werden. Die erhöhte Spannung in den Muskeln löst sich. Diese Entladung geht mit einem muskulären Zittern einher und kann sich auf ein rhythmisches Pulsieren im ganzen Körper ausdehnen, begleitet von lustvollen Gefühlen des Strömens in der Entspannungsphase danach.

Xocolat

Ein genussvolles Schokolade-Geschäft im Palais Ferstel in der Wiener Innenstadt

Yggdrasil

In der germanischen Mythologie ist es die immergrüne und mächtige Esche, der Baum des Lebens, der Weltenbaum, die Weltenachse. Diese Vorstellung von einem Lebensbaum lässt sich in den meisten Kulturen der Welt finden.

Zyklus

Der vasomotorische Zyklus, ein emotionaler Reiz-Reaktions-Zyklus, beschreibt den Ablauf einer Stressreaktion im Körper. Er besteht aus fünf Phasen: Reiz – emotionale und somatische Ladung – Entladung durch verbalen oder vegetativen Ausdruck – Entspannung und Integration – Wiederherstellung des inneren Gleichgewichtes. Wird dieser natürliche Ablauf unterbrochen, kann der vasomotorische Zyklus nicht vollendet werden und es kommt zu Störungen und zur Blockierung der Selbstregulation.

Wenn zum Beispiel ein weinendes Kind nicht ernst genommen und statt getröstet sogar angeschrien wird, verbleibt der Stress im System. Der Konflikt wird nicht aufgelöst. Die Restspannung lagert sich in Form von biochemischen, hormonellen Schlackenstoffen in Muskeln und an Gewebewänden ab. Häufen sich die unterbrochenen Zyklen, so verschlacken Körper und Psyche immer mehr. Die biodynamische Körperpsychotherapie hilft, diese Zyklen zu vollenden, damit die Lebensenergie wieder fließen kann.